Aktion für mehr Demokratie

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mit Unterstützung der
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Strafanzeige gegen Staeck-Plakat

von Holger Kulick

Die aktuelle Inszenierung von Rolf Hochhuths Bühnenstück "Der Stellvertreter" am Berliner Ensemble sorgt für wenig Furore. Umso mehr dafür das Theaterplakat.

Berlin - Seit dem 21. September steht Rolf Hochhuths "Der Stellvertreter" auf dem Spielplan des Berliner Ensembles am Schiffbauer Damm. Großes Aufsehen hat die Inszenierung von Philip Tiedemann bislang nicht erregt, viel Beachtung fand dagegen jetzt das zugehörige Werbeplakat des Heidelberger Grafikers Klaus Staeck, das an zahlreichen Litfasssäulen Berlins prangt. Es zeigt Papst Pius XII., thronend auf einem Garderobentischchen, darunter ein runder Teppich mit Hakenkreuz.

Das "christliche Trauerspiel" spielt in der Zeit des deutschen und italienischen Faschismus und thematisiert die Not eines jungen Priesters, der begreift, wie wenig Humanismus und die Kirchenpolitik des "Stellvertreter Gottes" zusammenpassen. Rund fünf Wochen nach der Premiere stieß das Poster nun einem Berliner Bürger auf, die Folge meldete das Berliner Ensemble am Mittwoch: "Beim Landeskriminalamt ist gegen das Berliner Ensemble Strafanzeige wegen Werbung mit "verbotenen politischen Inhalten" erstattetworden. Ein "besorgter Bürger" habe das Plakat bei der Staatsanwaltschaft moniert. Der Polizeipräsident prüft zur Stunde, ob er die Plakate einziehen lässt." Ernst und ironisch zugleich kommentiert nun das Berliner Ensemble, das sich durchaus über die zusätzliche Publicity für seine wenig gerühmte Inszenierung freuen kann: "Das BE, Rolf Hochhuth und Klaus Staeck sehen dem weiteren Verlauf des Geschehens gefasst entgegen." Konsequenzen sind noch nicht bekannt.